Anna Schwehr Mittwoch, 2. Juli bis Mittwoch 9. Juli

Anna Schwehr: Die Schießbilder

Die Löcher im Papier wurden wieder verklebt. Die Papiere mit einem Raster aus Linienscharen unterschiedlicher Ausrichtung versehen; Die Raster genau auf die jeweilige Lochstruktur angepasst. Ich verstand erst auf den zweiten Blick, dass es sich um Einschusslöcher handeln musste. Auf der Rückseite der vergilbten Blätter fanden sich runde Zielscheiben. Anna hatte sie bei einem älteren Schützen erworben, sie mussten Jahre alt sein.
So wichtig scheint das Schießen, vielleicht das Töten, dass es selbst unter dem Feigenblatt des Sports gedeiht. Von seinen Protagonisten wird der Schießsport freilich anders verortet. Die geistige Nähe zu Schach und Ähnlichem wird gesucht.
Es wird versucht, das "Schießen und Treffen um zu Töten" auf das "Schießen um des Treffens willen" zu konzentrieren. Diese Heraushebung einer Handlung aus ihrem alltäglichen Zweckkontext ist eine Vorgehensweise, die auch in der bildenden Kunst üblich ist.
In Fall des Schießens hat sie etwas perverses an sich.