Jonas Ried

Sinn und Verstand - Skulpturen von Jonas Ried

Der Kopf, der Trichter, der Stampfer. Namen, die im täglichen Umgang mit den Skulpturen gefunden wurden. Titel, die vielleicht nie auf den kleinen weißen Zetteln zu Füßen der Arbeiten oder an der nächstgelegenen Wand stehen werden. Es sind Spitznamen wie sie geschätzten Menschen gegeben werden; Kosenamen, die auf alle Beschönigungen verzichten, weil man sich kennt. Eine private Nomenklatur für den gemeinsamen Aufenthalt am Arbeitsplatz oder im Lager. Im Kontext seines Schaffens verdienen diese Namen besondere Aufmerksamkeit. Diese beiläufige Art Dinge zu bezeichnen, die über Wochen der Mittelpunkt des Denkens und Fühlens waren lässt tief blicken: Sie verbirgt die Dauer und Intensität der Beschäftigung mit den einzelnen Arbeiten. Das tägliche Neuverhandeln der Form und dem Sinn einer wochenlangen Beschäftigung mit einer Skulptur, die wenig mehr ist als sie selbst und gerade deshalb so weit über sich hinausweist. Die Namensgebung zeugt auch von einer großen Nähe und Gewöhnung an die eigene Arbeit. Sie hat etwas väterliches, dass auch im Umgang mit den fertigen Arbeiten zu Tage tritt. Ein Sanftmut, der Kenntnis und Akzeptanz aller Macken voraussetzt.

Kenneth Dow